Gedankenmelange E-Mountainbike

Kaum ein Thema polarisiert so stark in der Bike-Szene wie E-Bikes. Nachdem die Hersteller praktisch jedes Modell eines City- und Trekkingsbikes unter Strom gesetzt haben, folgen immer mehr elektrische Mountainbikes. Hier geht es nicht nur Mountainbikes, die für die Spazierfahrt auf Feldwegen und Forststraße gedacht sind, sondern vollwertige, „highly spected“ Fullsuspension E-Bikes, die sogar für Bikeparks freigegeben sind.

 

Und genau hier findet der Clash of Clans statt. Kein passionierter Mountainbiker fühlt sich durch einen Pensionisten auf einem Hardtrail, dass ihn gemütlich den Berg hinaufbefördert, bedroht oder in seiner Ehre verletzt. Sondern sind viel mehr junge oder Mountainbiker mittleren Alters, die entweder durchaus fit oder durchaus bequem erscheinen und mit einer Waffe von einem E-Fully den Berg hinaufcruisen, und somit dem KOM-Jäger das Blut zum Kochen bringen.

 

Doch wieviel Wahrheit steckt hinter diesen Klischees und Sprüchen über E-Bikes und deren Besitzer, die jeder kennt?
Als ich mich als Mountainbike-Guide selbstständig machte, war mir von Anfang an klar, ich musste auch etwas in Richtung E-Bike aktiv starten. Der Markt erfreut sich an einer stetig wachsenden Nachfrage und emporschnellenden Absatzzahlen. Doch sowohl bergauf als auch bergab bringt so ein Teil einiges an fahrtechnischen Herausforderungen mit sich. Um das Beste aus dem Bike zu holen empfiehlt es sich wirklich intensiv an seiner Technik zu arbeiten, dann kann man sich einen fetten Smile kaum noch verkneifen.

Aus diesem Grund organisierte ich mir auch eines. Konkret ein Focus Jam Squared Plus und ich muss sagen, ich liebe es!

Ich nutze das E-Bike im Verhältnis zum „normalen“ Mountainbike von ca. 1:5, aber ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich den Bock einschalten kann.

Einmal aufgestiegen, den Trail-Modus gewählt, suche ich mir die technischsten Uphills, die ich finden kann auch wenn ich Gefahr laufe, zwischendurch mal das Bike über einen Felsen zu heben, weil ich mir mal wieder zu viel vorgenommen habe, wenn es aber klappt freue ich wie ein kleines Kind. Im Trail-Modus gibt mir der Motor so viel Kraft frei, wie ich gerade fordere ohne, dass die Drehmomentkurve in die Höhe peitscht und ich an Traktion verliere. Zwischenzeitlich kommt es schon vor, dass man entspannt im Eco-Modus auf der Forststraße raufkurbelt aber sobald sich die Möglichkeit eines geilen Uphills ergibt wird sofort abgebogen. Je technischer desto geiler, so die Devise. Und da schnellt schon mal der Puls deutlich in die Höhe, von wegen schummeln bergauf!
Oben angekommen wird die Sattelstütze abgesenkt und dann kann der Trail schon kommen! Die 27,5+ Reifen kombiniert mit dem genialen F.O.L.D Hinterbau von Focus, der zuerst degressiv und dann progressiv arbeitet, liegt das Teil satt, stabil und trotzdem verspielt am Trail, bietet Grip ohne Ende, dämpft unglaublich gut den Untergrund ab und so fühlt es sich wie ein „normales“ Trailbike an! Es macht einfach unglaublich viel Spaß bergab, weil man nicht das Gefühl ha, dass ein 20kg Bike nach unten schiebt.

 

Unten angekommen ist der Spaß noch lange nicht vorbei, es spricht nichts gegen weitere Runden und so kommst du innerhalb kurzer Zeit auf einige Höhenmeter und noch was noch wichtiger ist, du bringst viel mehr Trails und Abfahrten in den selben Zeitraum.

 

Nicht selten passiert es, dass man in einer Stunde 800-900 Höhenmeter und mindestens genauso viele Tiefenmeter abspult. Genauso passiert es, dass ich nach einer ausgiebigen Runde einen Muskelkater im Oberkörper habe, da hier echt viel Rumpfstabilität und die Muskulatur im Oberkörper gefordert und gefördert wird.

 

Noch ein Einwand zum Thema „e-biken ist schummeln“: mein Durchschnittpuls am E-Bike liegt im Schnitt um 5-10 Schläge mehr in der Minute als mit dem normalen Mountainbike. Dadurch ich viel mehr auf Druck fahre und insgesamt mehr Kraft und Körpereinsatz gefördert wird, kommt ein doch insgesamt hoher Kraftaufwand zu Stande.

Ein E-Bike macht mich also insgesamt zu einem besseren und versierteren Fahrer.

 

Für mich ist es das perfekte Tool für Feierabend-Rides, wenn wenig Zeit ist, genauso als Trainingsgerät für Uphill- und Downhillskills und wenn ich eigentlich Restday und müde Beine hätte, kann man trotzdem bequem ein paar Trails runterjagen.

Für mich ist es kein Ersatz, sondern eine Bereicherung zum anderen Mountainbike und könnte nur mehr schwer darauf verzichten!

 

 

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